Projektnummer: 32121
Veröffentlicht am: 22 Juli 2015

Trier, Deutschland

Inseln der Erinnerung finden – Menschen mit Demenz im Stadtmuseum

  • 100%
    finanziert
  • 9
    Unterstützer
Da das Bedürfnis nach Kultur und gesellschaftlicher Teilhabe auch bei einer Demenz nicht verloren geht, können Kunst, Kultur und Musik ein Schlüssel zur emotionalen Welt von Menschen mit Demenz sein. Da an Demenz Erkrankte auf eine besondere Art der Kommunikation angewiesen sind, müssen in für sie eigenen Führungen Ressourcen der Besucher berücksichtigt und lebendiges sinnliches Erleben angeboten werden. Dann können „Erinnerungsinseln“ aufgespürt und an Erfahrungen/Gefühle angeknüpft werden. Dies kann den Fortschritt der Erkrankung nicht aufhalten, aber verzögern und allgemein die Lebensqualität verbessern.
In einer Veranstaltung im Museum sollen gemeinsam Kunstwerke, Objekte der Stadtgeschichte und Alltagsgegenstände aus früheren Zeiten angeschaut und sich gegenseitig erzählt werden, wobei die Lebenserfahrung der älteren Menschen im Vordergrund steht. Musikalische Akzente, gemeinsames Kaffeetrinken und kleine kreative Einheiten ergänzen das Programm.
Die Museumsführerin stellt sich – jedes Mal von neuem - persönlich vor. Sie ist zum Thema geschult und kennt die Krankheit und positive Kommunikations- und Umgangsweisen.
Eine Führung dauert auf keinen Fall länger als 45 Minuten, einige besonders anschauliche Objekte stehen im Vordergrund. Anknüpfend an das sinnliche Erleben der Besucher werden Erinnerungen aufgegriffen und angemessen gewürdigt. Die Führerin wendet sich vor allem an die Besucher mit Demenz, wobei die Begleitpersonen als Vermittler oder Verstärker tätig sein können, die Besucher vor einem Objekt günstig positionieren und auf angemessenes Verhalten im Museum achten. Sind die Begleitpersonen Angehörige der an Demenz erkrankten Menschen sind, so ergibt sich als positiver Nebeneffekt, dass diese noch einmal etwas gemeinsam unternehmen und sich dadurch ein wenig mehr Gemeinsamkeit und Lebensqualität entwickelt.
Eine Nachbereitung findet beim anschließenden Kaffeetrinken statt und auch bei der für jeden Besuch geplanten kreativen/aktiven Einheit, z.B. Erarbeitung eines kleinen Erinnerungsstückes, Bewegungseinheit oder Singen/Musik hören. Eine Gruppengröße von bis zu 10 an Demenz erkrankten Menschen plus Begleitpersonen (1:1) erscheint angebracht.
Die Besuche des Demenzzentrums im Städtischen Museum Simeonstift finden etwa alle drei Monate statt, jeweils mittwochs. Die TN der mittwochs stattfindenden Betreuunggruppe und die ehrenamtlichen Helferinnen nehmen an den Besuchen teil, im Demenzzentrum wird nach weiteren Interessierten gefragt.
Vorläufiges Programm:
Juli 2015: Trier in alten Ansichten
Herbst 2015: Berühmte Trierer
Advent 2015: Weihnachten und Winter im Museum
Planung für 2016: „Lasterhaftes“ Trier - Sport in Trier - Religiöses Trier - Mobil in Trier

Was benötigt wird
  • Hauptamtliche Kraft

    Pro Termin benötigt die hauptamtliche Kraft 8 Arbeitsstunden (a 40,- Euro) für Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Veranstaltung. Bis Ende 2016 sind 7 Termine geplant.
    • 100%
      finanziert
    • 2.240 EUR
      Gesamtbedarf
  • Material zur Aktivierung

    Pro Termin werden 20,- Euro für Aktivierungsmaterial (zum Basteln etc.) benötigt. Bis Ende 2016 sind 7 Termine geplant.
    • 100%
      finanziert
    • 140 EUR
      Gesamtbedarf
  • Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Betreuerin

    Pro Termin werden 75,- Euro an Aufwandsentschädigung für die ehrenamtliche Betreuerinnen benötigt. Bis Ende 2016 sind 7 Termine geplant.
    • 100%
      finanziert
    • 525 EUR
      Gesamtbedarf
  • Gemeinsames Kaffeetrinken

    Pro Termin werden 50,- Euro für Kuchen, Kaffee, Sprudel usw. für das gemeinsame Kaffeetrinken benötigt. Bis Ende 2016 sind 7 Termine geplant.
    • 100%
      finanziert
    • 350 EUR
      Gesamtbedarf
  • Eintrittsgebühr Museum für 20 TN

    Pro Termin fallen 80,- Euro Eintrittsgebühr für Demenerkrankte und ihre Bgelieter an. Bis Ende 2016 sind 7 Termine geplant.
    • 100%
      finanziert
    • 490 EUR
      Gesamtbedarf
  • Führung durch Museumsführerin 40,- Euro pro Termin

    Je Führung fällt eine Gebührt von 40,- Euro an.Bis Ende 2016 sind 7 Führungen geplant.
    • 100%
      finanziert
    • 280 EUR
      Gesamtbedarf
Blog-Beiträge
  • Veröffentlicht am 8 Februar 2016, 16:53 Uhr

    Für diese Bedarfe habe ich eine (Teil-)Auszahlung veranlasst:

    Die gesammelten Gelder werden eingesetzt, um die Besuche von Demenzerkrankten, ehrenamtlichen Betreuerinnen und anderen Interessierten im Städtischen Museum Simeonstift in Trier zu ermöglichen.Auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten von Demenzkranken zugeschnittene Führungen durch mit der Krankheit vertraute und im Umgang geschulte Museumsführerinnen, die jedes Mal ein paar ausgewählte Stücke zeigen und versuchen, verschiedene Sinne anzuregen, sollen das gemeinsame Erinnern an die eigene Lebensgeschichte und Lebenserfahrungen fördern und zum Erzählen anregen. Hierdurch können die Erkrankten verlorenes Selbstwertgefühl wiedergewinnen.Es wurden 250,00 € Spendengelder für folgende Bedarfe beantragt:
    Führung durch Museumsführerin 40,- Euro pro Termin 30,00 €
    Gemeinsames Kaffeetrinken 120,00 €
    Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Betreuerin 100,00 €
  • Veröffentlicht am 4 Februar 2016, 10:39 Uhr

    Vielen Dank an alle, die das Projekt unterstützt haben!

    Lieber Spender und Unterstützer, liebe Interessierte!Da wir über einen anderen Weg Spendengelder für dieses Projekt erhalten haben, ist die Finanzierung 2015/2016 für das Projekt "Inseln der Erinnerung finden" abgeschlossen. Dies freut uns sehr! Nun wir auch in diesem Jahr mit demenzerkrankten Menschen, Betreuerinnen und anderen Interessierten das Städtische Museum Simeonstift aufsuchen können, um dort in den Genuss von auf die Bedürfnisse von Demenzerkrankten zugeschnitte Führungen zu kommen. Auch das anschließende gemeinsame Kaffeetrinken und Material für kleine kreative Einheiten sind finanziert. Wir bedanken uns nochmals recht herzlich bei allen Spendern, die uns über Betterplace unterstützt und uns damit motiviert haben, diese Arbeit weiter zu verfolgen. Momentan freuen wir uns auf einen weiteren Museumsnachmittag Ende, bei dem unsere Museumsführerin sich wieder ein schönes programm mit vielen Anregungen zum Erinnern und Erzählen für uns bereithält. Gerne möchten wir auch dem Team von "Betterplace" sowie den Verantwortlichen für die Aktion "Meine Hilfe zählt" des Trierischen Volksfreunds ein großes Lob aussprechen für gute Organisation, freundliche Unterstützung und Verlässlichkeit. Vielen Dank für die große Mühe, aus dieser Welt einen "better place", einen besseren Ort zu machen!
  • Veröffentlicht am 8 Dezember 2015, 18:28 Uhr

    Für diese Bedarfe habe ich eine (Teil-)Auszahlung veranlasst:

    Die Spendengelder werden für die Planung und Durchführung der etwa alle drei Monate stattfindenden Museumsbesuche eingesetzt, Gebühren für Eintritt und Museumsführerin, Utensilien für gemeinsames Kaffetrinken und anschließende kleine Aktivierungen und die Aufwandsentschädigungen für die ehrenamtlichen Betreuerinnen werden hiermii finanziert.Es wurden 460,00 € Spendengelder für folgende Bedarfe beantragt:Hauptamtliche Kraft 460,00 €
  • Veröffentlicht am 8 Dezember 2015, 12:56 Uhr

    Adventsbesuch im Museum

    Am vergangenen Mittwoch, 2.12.2015 war eine - diesmal recht kleine - Gruppe aus dem Demenzzentrum wieder im Städtischen Museum Simeonstift zu Besuch. Diesmal stand die Führung unter dem Thema "Winter und Weihnachten". Unsere Museumsführerin hatte drei Bilder ausgewählt. Eins hatte die Geburt Jesu samt Besuch der Heiligen Drei Könige zum Thema, alle Beteiligten waren sehr reicht verziert und geschmückt dargestellt. Im Gegensatz dazu stand eine Darstellung, in der eine sehr arme, bäuerliche Familie anlässlich der Geburt eines (weiteren) Kindes vo den Verpächtern besucht wurden und Almosen bekamen. Ein sehr realistisches und wenig beschönigendes Bild. Eine Darstellung der Winterfeuden auf einem holländischen See oder Fluss mit Eislaufen und  "Eissegeln" (das bisher niemandem aus der Gruppe bekannt war) rundete die Führung ab. Auch hier gab es - wie auch bei den beiden vorangegegangenen Bildern - ein angeregtes Gespräch. Es ging um Dinge, die man im Winter tun kann, Aktivitäten, die die Besucher selber gerne gemacht haben, z.B. Schlittenfahren. Die Eisblumen, die es früher so häufig an den fenstern gab, wurden ebenfalls erwähnt. Nach der Führung konnte die Gruppe gemütlich an einem schön weihnachtlich gedeckten Tisch Kaffee trinken und im Anschluss bei Kerzenschein Weihnachtslieder singen. Alles in allem ein gelungener, anregender Nachmittag im Museum.Wir freuen uns, diese Tradiotion auch im neuen Jahr weiterzuführen.
  • Veröffentlicht am 1 Dezember 2015, 10:48 Uhr

    "Winter und Weihnachten" im Museum

    Unter diesem Motto wird der morgen anstehende Besuch einer Betreuungsgruppe des Demenzzentrums im Städtischen Museum Simeonstift stehen. Wir sind gespannt, welche interessanten Objekte uns unsere Museumsführerin vorstellen wird. Da wird sicher jeder Teilnehmer etwas beitragen können, Erinnerungen an diese Zeit in früheren Jahren werden geweckt. Danach erwartet uns ein weihnachtlich geschmückter Kaffeetisch und im Anschluss bleibt hoffentlich noch Zeit zum Singen und zum Basteln einiger Kleinigkeiten.
  • Veröffentlicht am 17 November 2015, 11:03 Uhr

    Nächster Museumsbesuch rückt näher

    Langsam laufen die Vorbereitungen zum nächsten Museumsbesuch an, der am 2. Dezember 15 stattfinden wird. Die Führung wird unter dem Thema "Advent und Weihnachten stehen, die Weihnachtsgeschichte wird anhand passender Austellungsstücke und Gemälde thematisiert werden. Wir hoffen, dass die Besucher uns viel über Ihre Erinnerungen an die weihnachtliche Festzeit erzählen werden. Nach dem Kaffeetrinken am weihnachtlich geschmückten Tisch werden gemeinsam Weihnchtslieder gesungen und kleine Basteleien angefertigt.Wir freuen uns, dass wir von vielen Besuchern so positive Rückmeldungen bekommen.Die Nachhmittage werden von vielen als sehr angenehm und anregend empfunden, die Art und die Vorgehenweise unserer Museumsführerin werden allgemein gelobt.
  • Veröffentlicht am 26 Oktober 2015, 15:05 Uhr

    Für diese Bedarfe habe ich eine (Teil-)Auszahlung veranlasst:

    Mit den angeforderten Spendengeldern werden wir die Gebühren für die Museumsführerin, die Eintriitskarten für das Museen und die Utensilien für das gemeinsame KAffeetrinken in diesem und im nächsten Jahr bezahlen. Wir freuen uns sehr, dass dies durch Spenden möglich ist.Es wurden 850,00 € Spendengelder für folgende Bedarfe beantragt:
    Führung durch Museumsführerin 40,- Euro pro Termin 250,00 €
    Eintrittsgebühr Museum für 20 TN 490,00 €
    Gemeinsames Kaffeetrinken 110,00 €
  • Veröffentlicht am 20 Oktober 2015, 13:15 Uhr

    Zweiter Besuch im Museum hat stattgefunden

    In der vergangenen Woche war eine Gruppe von Demenzerkrankten, Angehörigen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Demenzzenrums Trier zu Gast im Städtischen Museum Simeonstift. Beim zweiten Besuch im Rahmen eines im Sommer dieses Jahres begonnenen Projektes mit dem Titel „Inseln der Erinnerung finden“ ging es um das Thema „Berühmte Trierer“. Die Museumsführerin Alexandra Orth bot in einer auf die Bedürfnisse von Demenzerkrankten ausgerichteten Führung Informationen über Kaiserin Helena, Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Sachsen, Napoleon und seine Bedeutung für Trier, den berühmtesten Sohn der Stadt – Karl Marx und auch über Paul Trappen, den „stärksten Mann der Welt“, den einige der Anwesenden noch persönlich erlebt hatten.Bei den Führungen geht es um den Versuch, „Erinnerungsinseln“ der Betroffenen aufzuspüren und an Erfahrungen und Gefühle anzuknüpfen. Sinneserfahrungen spielen eine große Rolle, z.B. wenn Frau Orth einen Samststoff präsentiert, der mindestens genauso weich ist, wie der, des Mantels, den Clemens Wenzeslaus auf dem im Museum ausgestellten Porträt trägt. Die Geschichten über die verschiedenen Trierer Berühmtheiten regten die Besucher an, selber zu erzählen und Erinnerungen auszutauschen. Dies konnte beim anschließenden gemeinsamen Kaffeetrinken fortgeführt werden. Im Anschluss kam noch eine weitere Trierer Berühmtheit zu Wort, Fischers Maathes, das Trierer Original. Die Besucher konnten sich über zahlreiche Anekdoten aus seinem Leben amüsieren.Der Nachmittag fand bei allen Beteiligten großen Anklang. Wir freuen uns sehr darüber. Weiterhin benötigen wir Spender, die es uns möglich machen, dieses Projekt durchzuführen und bitte herzlich um Unterstützung.
  • Veröffentlicht am 13 Oktober 2015, 12:38 Uhr

    Vorfreude auf den 2. Museumsbesuch

    Momentan sind wir in Vorfreude auf den 2. Museumsbesuch im Rahmen des Projektes mit dem Städtischen Museum Simeonstift Trier. Berühmte Trierer warten auf uns und wir freuen uns auf viele Geschichten und Anschauungsobjekte und auch darauf, von den Demenzerkrankten zu hören, was Sie über verschiedene Trierer Persönlichkeiten und Originale erzählen können. Paul Trappen, "der stärkste Mann der Welt" und der "Fischers Maathes" werden auch dabei sein. Wir werden hier in den nächsten Tagen über diesen Besuch im Museum Simeonstift berichten.Weiterhin brauchen wir Spenden, die uns die Durchführung dieses Projektes zur kulturellen  und gesellschaftlichen Teilhabe Demenzerkrankter möglich machen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns unterstützen.
  • Veröffentlicht am 23 September 2015, 13:13 Uhr

    Vielen Dank!

    Da gingen doch gestern und am Ende der vergangenen Woche noch Spenden für uns ein. Einen ganz herzlichen Dank den freundlichen Spendern. Wir werden  versuchen, das Geld im Sinne des Projektes einzusetzen. Am 14 Oktober 2015 findet der nächste Museumsbesuch statt, der unter dem Motto "Berühmte Trierer" stehen wird. Darauf freuen wir uns schon sehr und werden hier davon berichten. Vielen Dank nochmals!
  • Veröffentlicht am 15 September 2015, 14:17 Uhr

    In kleinen Schritten voran

    Wir danken nochmals allen, die bisher für unser Museumsprojekt gespendet haben! Das freut uns sehr. Allerdings wird noch eine Menge Geld benötigt.
  • Veröffentlicht am 8 September 2015, 10:50 Uhr

    Große Freude über bereits eingegangene Spenden

    Wir freuen uns darüber, dass sich nach dem Artikel im TV vom 26.08.viele Spender gefunden haben und bedanken uns sehr herzlich! Schön, zu wissen, dass viele Menschen die mit dem Projekt geleistete Arbeit unterstützen. Das ermöglicht und motiviert uns, weiter an diesem Thema zu arbeiten.
  • Veröffentlicht am 13 August 2015, 13:46 Uhr

    Trotz Sommerhitze geht es weiter mit dem Museumsprojekt

    In diesen Tagen beginnen die Planungen für den nächsten Besuch im Museum Simeonstift, der Mitte Oktober stattfinden soll. Dieser Besuch wird unter dem Thema "Berühmte Trierer" stehen. Einige von ihnen sind in Wort und Bild im Museum vertreten und man darf wieder auf eine interessante Darstellung der Museumsführerin gespannt sein.
  • Veröffentlicht am 6 August 2015, 13:49 Uhr

    Erster Besuch im Museum hat stattgefunden

    Besucher der Betreuungsgruppen des Demenzzentrums Trier und einige Angehörige nahmen das Angebot des Städtischen Museums Simeonstift wahr, gemeinsam mit den ehrenamtlichen Betreuerinnen an einer Führung teilzunehmen. Der Nachmittag stand unter dem Thema „Trier in alten Ansichten“. Zunächst zeigte die Mitarbeiterin des Museums, Frau Alexandra Orth, das originale Marktkreuz aus dem 10. Jahrhundert und die Steipenfiguren aus dem 15. Jahrhundert. Nicht allen war bewusst gewesen, dass am Hauptmarkt, dem ursprünglichen Aufstellungsort dieser Arbeiten, heute Kopien stehen. Frau Orth berichtete unter anderem von der Kaiserin Helena, die den Rock Jesu aus dem Heiligen Land mitgebracht haben soll, dem heiligen Petrus, Schutzpatron der Stadt Trier, und dem heiligen Paulus, der als Schutzpatron der Trierer Universität gilt. Auch einer der geharnischten Männer an der Steipe wurde näher erläutert: Als Ausdruck der bürgerlichen Freiheiten wurden sie angebracht, als die Trierer Bürger mit dem Erzbischof um die Reichsfreiheiten kämpften. Vom Dom aus waren sie für den Bischof immer gut zu sehen…..Am Stadtmodell Trier des 18. Jahrhunderts erkannten die Besucher vieles aus ihrer Jugend und aus dem heutigen Stadtbild wieder. Auf die Frage „Wo ist die Porta Nigra?“ suchen die Augen nach Orientierungspunkten, wandern über die winzigen Häuschen, bis der Blick schließlich am Dom hängen bleibt. Die Porta Nigra entdeckt man erst auf den zweiten Blick, denn das schwarze Stadttor hatte zu dieser Zeit noch die Gestalt einer Kirche. Ein Glück, wie Fr. Orth erzählt, denn sonst wäre auch dieses Stadttor wie die übrigen drei heutzutage nicht mehr erhalten. An die Kirche traute man sich aber nicht heran. Kurz nach 1800 sorgte dann Napoleon dafür, dass die Porta Nigra wieder ihre ursprüngliche Gestalt erhielt, „weil er alles Kirchliche hasste“. Viel wurde erzählt, z.B. über die an der Mosel gelegene Martinsmühle, auf deren Grundmauern später das sogenannte „Martinsbad“ eingerichtet wurde. Im September 1963 fiel das alles dem Ausbau der Uferstraße und des östlichen Kaiser-Wilhelm-Brückenkopfes zum Opfer.Auch die Betrachtung einiger im Museum hängenden Gemälde mit Trierer Ansichten regte zu vielen Gesprächen an, ein Besucher konnte sehr viel berichten z.B. über die Gasse „Sieh um Dich“. Hier wurde bei Arbeiten an dem angrenzenden Gebäude Domfreihof 3, einer barocken Domherrenkurie, im Jahr 1956 eine gotische Inschrift aus dem 15. Jahrhundert wiedergefunden, »sieh um dich«, nach der die Gasse dann ab dem 18. Jahrhundert benannt war. So ist die Gasse ein Indiz für den Wechsel der Gerichtsbarkeit, denn wenn man sich in vergangener Zeit etwas hatte zu Schulden kommen lassen, dann konnte man durch den Eintritt in die Domimmunität erhoffen vor der weltlichen Verfolgung sicher zu sein. Jedoch sollte dieser Gang immer mit einem Blick nach hinten über die Schulter erfolgen, um sich zu vergewissern, dass man seinen Verfolgern entkommen konnte….Auch ein Gemälde, das den Eingang der Liebfrauenkirche zeigt, brachte ihn ins Erzählen: „ 12 Säulen tragen das Kirchengewölbe, jede trägt das Bild eines der zwölf Apostel. von einer bestimmten Stelle kann man sie alle sehen.Im Anschluss an die Führung wurden gemeinsam im Kino des Museums zwei alte Filme angeschaut. Zunächst ging es um eine Autofahrt über die Simeonstraße im Jahr 1904: Menschen stürmen verschreckt von der Straße, andere blicken staunend herüber – Eine Autofahrt ist zu dieser Zeit noch etwas Besonderes. Rasant geht es zwischen den Bögen der Porta Nigra durch. Es ruckelt und wackelt auf der Leinwand. Der zweite Film zeigte einen Blumenkorso über die Simeonstraße aus dem Jahr 1914. Danach wurde in den Räumlichkeiten des Simeonstifts Kaffee getrunken und Kuchen gegessen, das Erlebte besprochen und das allen vertraute Mosellied gesungen. Es war höchst interessant, zu hören und zu sehen, wie der Kontakt mit den vertrauten Gegenständen und Ansichten und auch die Musik viele Besucher faszinierte und zum Erzählen anregte. Die Hoffnung, dass Kunst und Kultur und Musik ein Schlüssel zur emotionalen Welt von Menschen mit Demenz sein können, scheint sich bestätigt zu haben. Es wurde versucht, der Tastsache Rechnung zu tragen, dass an Demenz Erkrankte auf eine besondere Art der Kommunikation angewiesen sind. Die Führerin des Simeonstiftes stellte sich auf ihre Gäste ein und versuchte, noch vorhandene Ressourcen der Besucher zu berücksichtigen und ein lebendiges sinnliches Erleben anzubieten (- und das, obwohl „Berühren“ in den meisten Teilen des Museums streng verboten ist!). Es soll bei diesen Veranstaltungen, die in Zukunft in lockerer Folge etwa alle drei Monate stattfinden werden, darum gehen, „Einnerungsinseln“ aufzuspüren und an Erfahrungen und Gefühle anzuknüpfen. Erinnerungsarbeit kann den Fortschritt einer Demenzerkrankung nicht aufhalten, aber doch verzögern und allgemein die Lebensqualität verbessern. Weitere positive Aspekte sollen sein, dass die Erkrankten auch mit ihren Angehörigen etwas Schönes gemeinsam unternehmen und ein Austausch zwischen an Demenz erkrankten und gesunden Menschen stattfinden, der zeigt, dass man auch von Demenzkranken eine Menge erfahren und lernen kann. Ihre Berichte und Erzählungen können Geschichte lebendig machen.
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Projektverantwortung
U. Wihr
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Organisation
Demenzzentrum e.V.
Der Demenzzentrum e.V. macht es sich zur Aufgabe, demenzkranken Menschen die Möglichkeit zu geben, in einem Umfeld zu leben, das ihren Bedürfnissen und ihrem Menschsein entspricht.
Web: www.demenzzentrum-trier.de
Aktuelle Stimmen
  • Anonym

    Tolles Konzept; sehr unterstützenswert!
    Und: beschämend, dass es dafür nicht öffentliche Gelder gibt...
    Carola Spiekermann

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